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  • Jens Howoldt

„4 Tage durch die Adula Alpen“

Aktualisiert: 21. Okt. 2021

Die spektakuläre 4- Tagestour führte uns in 22 Wanderstunden mit 56km Distanz und 4‘110 Höhenmeter von Malvaglia im Tessin nach Vrin nach Graubünden. Als Ersatz für meine Co-Leiterin Doris, sie ist leider verletzungsbedingt ausgefallen, konnte ich Steffi, eine Teilnehmerin meiner Wanderleiter-ausbildung gewinnen. Steffi hat sich von der ersten Sekunde bis zum Schluss bei unserer Truppe wohl gefühlt und einen sehr guten (Leiterin-) Eindruck auf alle hinterlassen! Dir Steffi, ganz herzlichen Dank für Deinen Mut mit mir eine laufwütige Horde NFO-ler zu bändigen!


Erster Tag, Do.17.9.20

Malvaglia - Capanna Quarnei

Die 10 Teilnehmenden wurden von meinem Bruder mit einem 14-er Bus der Reihe nach am Wohnort abgeholt und in knapp 2 Stunden an den Ausgangspunkt nach Malvaglia zur Seilbahn chauffiert.

Herzlichen Dank, Jörg! Die Tour begannen bei schönsten Wetterbedingungen, Vreni, Astrid, Dolkar, Joli, Steffi, Thomas G., Peter, Thomas F., Christian und ich mit einem guten Stück Torte und einem Café an der Bergstation im Bergdorf Dagro auf 1‘367 m.ü. Meer. Nach wenigen Kilometer am heissen Südhang entlang, wechselten wir auf die offizielle Route über das Dörfchen Dandrio zurück, da ich den geplanten Einstieg, um auf Höhe zu bleiben, nicht gefunden hatte. Sorry an dieser Stelle für den kleinen Umweg! Wir durchquerten den lichten, herrlichen Fichtenwald im Bosco de la Foppa bis wir an der Brücke über den Orino an der Aufstiegsstelle standen. Wir waren doch schon Stunden unterwegs als es galt die sehr steilen 430 Höhenmeter bis zur Capanna Quarnei auf 2‘109m.ü. Meer zu erklimmen. Der Puls wurde da schon mal gerne auf 170 gepuscht. In Sichtweite zur Hütte dann der Schreck! Ist die schon im Februar gebuchte Hütte überhaupt offen? Keine Fahne, keine Rauchschwaden aus dem Kamin, dunkle Fenster und keine Menschen sichtbar. Doch die Panik Attacke war umsonst. Wir waren die einzigen Gäste, das herzige Hüttenpaar mit den Kleinkindern noch zwischen Siesta und Gemüse rüsten, der Fahnenzug war defekt und die Scheiben sowieso abgedunkelt. Wir geniessen hier eine herrliche, warme Dusche, eine köstliche Lasagne, viel regionalen Rotwein und fallen nach Spiel und Spass um 21.30 Uhr müde in die genauso tollen Betten der Hütte.






Zweiter Tag, Fr.18.9.20

Capanna Quarnai – Passo del Laghetto – Capanna Adula SAC

Ein herzliches, Monroe- gehauchtes «Happy Birthday» zum Frühstück an Steffi! Sie durfte mit uns gleich den steilen Aufstieg zum höchsten Punkt auf 2’685m.ü. Meer zum Passo Lago di Laghetto in Angriff nehmen. Zügig stiegen alle den immer steiler werdenden Wanderweg, dessen Ende ein steiniges, steil abfallendes Couloir aufwies, gut 600 Höhenmeter bis zum Lago di Laghetto auf. Hier hatten wir eine Pause verdient, die wir auch zu geniessen wussten. Ein herrlicher Ausblick bei bestem Wetter in die Adula Alpen waren die Belohnung. Der ebenso steile Abstieg führte uns am 3'402 hohen Rheinwaldhorn und dessen Gletscher vorbei zur Capanna Adula UTOE. Dort liessen wir uns natürlich bei einem kalten Plättli, Rösti, Bier, Café und Kuchen verwöhnen. In Sichtweite unter uns ist unsere Capanna Adula SAC auf 2’012m.ü. Meer zu der wir nach dem Schmaus zügig abstiegen. Uns erwartete bei der Bilderbuchhütte bereits der vollbartige Hüttenwart Barry, ein Original, mit seiner fleissigen Helferin. Neben einer herrliche Liegeweise, ganz für uns, gab es einen «Geburtstagskuchen» für Steffi, den Ihr Freund in einem Gewaltmarsch am frühen Morgen (man stelle sich das mal vor) in die Hütte gebracht hatte und gleich von dannen zog auf eine Hochtour. Steffi war...entzückt...uuund... und «wir» geniessen den Kuchen und den weissen Prosecco. Das Abendessen nach der warmen Dusche wurde mit einem Gratis- Apéro vom Hüttenwart eingeleitet und mit einem herrlichen, üppigen Ossobucco mit Polenta, Suppe und Salat beendet. Die Schlafläuse breiteten sich nach dem Festmahl bald aus und wir gingen schlafen, schliesslich startete Morgen die Königsetappe!







Dritter Tag, Sa.19.9.20

Capanna Adula SAC – Greina Hochebene – Terri Hütte

Heute standen 22km und am Ende ein 600m Aufstieg auf dem Programm. Um 08.00 zogen wir bei Nebel los durch das ebene Val di Carassino hindurch in Richtung des Stausees Lago di Luzzone. An zwei Alpen

mit lustigen Säuen und Standardkühen zogen wir im Stechschritt durch. Danach durchquerten wir zwei lange Tunnels zu Fuss, einmal um vom Tal an die Staumauer zu gelangen und einen Strassentunnel ein Stück am See entlang unter den steilen Felswänden hindurch. Beim Mittagessen aus dem Rucksack verabschieden wir uns vom Stausee und machten uns, mit dem Ziel von Kuchen und Café vor den Augen, an den steilen Aufstieg zur Capanna Motterascio SAC auf 2’192m.ü.Meer, noch auf der Tessiner Seite. Nach dem Z’Vieri stieg die Spannung betreffend der berühmten Greina Ebene, doch machten Wolken-bildung von Westen und sich anbahnender Regen einen Strich durch die Rechnung. Just an der Kantons-grenze und Beginn der Greina Ebene am Crap la Grusch begann es zu regnen, was zur Folge hatte, dass wir schleunigst zur Terri Hütte SAC auf 2’171m.ü. Meer zu kommen. Dabei konnte dieser berühmten Hoch-ebene leider zu wenig Beachtung geschenkt werden. Erwartungsgemäss war es in der Terri Hütte aus mit der Ruhe und das gleichzeitige eintreffen der Gäste aus allen Richtungen bei Regen und damit ein Chaos machte die Hütte (noch) nicht sympathisch. Warm Wasser und eine Dusche gab es nicht, die Preise waren eher oberer Klasse. Dafür war ein eingespieltes, fleissiges und Toporganisiertes Team vor Ort das auch noch ein ausgezeichnetes Gulasch mit Risotto, Suppe, Salat und Dessert herzauberte. Nach Speis, Trank und Spiel zogen wir uns gleichzeitig in den Gruppenschlag zurück...nur einmal bat Steffi mitten in der Nacht alle Schnarcher um Ruhe... die umgehend bis zum Morgengrauen gehorchten.







Vierter Tag, So.20.9.20

Terri Hütte - Vrin

Nach einer weiteren sehr guten Nacht und einem üppigen Frühstück zogen wir um 08.00 bei tollem Wetter los auf den Pass Dissrut auf 2’438m.ü. Meer, den es über eine Hängebrücke querend und einem steilen Aufstieg folgend zu erreichen galt. Der Rückblick eröffnete uns einen wunderbaren Blick auf die grossartige Greina Ebene, dem Piz Greina und den Piz Terri. Auch ein paar Bergziegen, Munggen, Turmfalken und «vielleicht ein Bartgeier» liessen sich beobachten und natürlich Blumen und Pflanzen bewundern. Im gleissenden Gegenlicht stiegen wir vom Pass, über die Alp Diessrut mit Kühne und Ziegen, in das Tal hinunter. Wir nahmen den abwechslungsreichen Weg im Schatten am Dissrutbach entlang in Richtung Vrin, dass wir um 12.00 deutlich schneller erreichten als geplant. Nach üppigem Einkauf im Laden an der Postbushaltestelle mit heimischen Alpkäse, Nusstorte und Würsten hinterliessen wir bei der Abfahrt nach Ilanz einen glücklichen Ladenbesitzer. Die kurzweilige Rückreise über Chur und Zürich liessen uns die schöne 4- Tagestour Revue passieren mit einer herzlichen Verabschiedung von Steffi und allen anderen Teilnehmenden. Den schönen Abend lasse, ich wenigstens, Zuhause gerne bei einem tollen Z’Nacht von meiner Frau Ursulaausklingen. Darum ist der Bericht nun fertig! 😉














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